Ans Ende der Welt - Etappe 36: Von Hospital de Órbigo nach Ponferrada




Auch dieser Tag startete relativ früh, diesmal aber nicht weil uns irgendein Lärm weckte, sondern wegen der Vorfreude auf ein ganz besonderes Ziel: der Cruz de Ferro, höchster Punkt am Camino Francés und - nach dem Arlberg - der zweithöchste Punkt unserer Reise. Nach einem schnellen Kaffee vor unserem Zelt radelten wir weiter zum Wegkreuz de San Toribio und warfen einen ersten Blick auf die Stadt Astorga.



An der Ortseinfahrt von San Justo de la Vega kamen wir an einem Trinkbrunnen mit einer Statue eines trinkenden Pilgers vorbei. Der kam uns irgendwie bekannt vor. Seit wir in Spanien waren, hatten wir tagtäglich prallen Sonnenschein. Spätestens am Nachmittag sahen wir alle paar Kilometer also auch so aus ;-)




Kurze Zeit später entdeckten wir auf dem Rucksack von zwei Pilgern die österreichische Fahne und stoppten für ein kurzes Tratscherl. Die beiden waren ein Monat vor uns gestartet und zu Fuß von Salzburg nach Santiago de Compostela unterwegs. Besonders die Kilometerleistung der beiden überraschte uns: bis zu 50 Kilometer marschierten sie pro Tag und hatten dabei noch Zeit für Museumsbesuche oder dergleichen!
Über einen riesigen Metallturm, der den Jakobsweg über Bahngleise führt, ging es nach Astorga. Auf einer Seite im Zick-Zack-Kurs nach oben, auf der anderen im Zick-Zack-Kurs nach unten. Ein ziemlicher Kontrast zum nicht-vorhandenen Weg über die Bahngleise des Vortages ;-)




Unser erster Weg führte zur Kathedrale Santa Maria aus dem 15. Jahrhundert. Dort stellten wir leider auch fest, dass Cinder-Walter unterwegs einen seiner Sandalen verloren hatte!






Bei einem zweiten Frühstück holten wir uns reichlich Energie für die kommenden Stunden...




... denn ab Astorga ging es nun langsam aber stetig bergauf. Auf zehn Kilometer geht es Höhenmeter für Höhenmeter hinauf bis auf 1.500m Seehöhe. Schön langsam strampelten wir nach oben und genossen dabei die wunderbare Aussicht.







Am frühen Nachmittag kamen wir am Cruz de Ferro an. Rund um das kleine Eisenkreuz legen Pilger von zuhause mitgebrachte Steine als Symbol für ihre Wünsche und Sorgen ab. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele neben Steinen auch Erinnerungsstücke und Briefe dort zurücklassen.







Und auch wir legten hier gemeinsam den kleinen Stein ab, den wir aus unserem Garten mitgebracht hatten ♥




Gleich daneben steht eine kleine Kapelle aus den 1980er Jahren, die bei unserem Besuch leider abgesperrt war, und ein überdachter Rastplatz, den wir auch gleich für eine kleine Kekspause nutzten.




Nach dem Cruz de Ferro ging es noch ein wenig auf und ab, dann kam endlich die verdiente Abfahrt. Allerdings konnten wir diese nicht so genießen wie geplant. Steile Abschnitte, enge Kurven, schlechter Straßenbelag und viele Schlaglöcher sorgten dafür, dass wir viel bremsen mussten. Für Walters Scheibenbremsen kein Problem, aber Julias Felgenbremsen verlangten des öfteren eine Pause. Bei dem schönen Panoramablick mussten wir aber ohnehin öfters zum Schauen und Fotografieren stehenbleiben.






In Riego de Ambros, einem hübschen kleinen Ort, fanden wir eine Bar, wo wir Flaschenweise Wasser kauften. Die vielen Höhenmeter in Kombination mit den sommerlichen Temperaturen hatten unsere Wasservorräte mittlerweile so gut wie aufgebraucht.





Wir rollten runter nach Molinaseca, vorbei an der römischen Brücke über den Fluss Meruelo...




... und weiter nach Ponferrada ...




... zur sehenswerten Templerburg, die im 12. Jahrhundert unter anderem zum Schutz der Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela erbaut wurde.




Bereits im Vorhinein hatten wir im Hostal Virgen de la Encina ein Zimmer reserviert. Was für eine Überraschung, dass sich die Herberge gleich gegenüber der Burg befand!




Zum Abendessen kehrten wir in einer nahegelegenen Pizzeria ein und ließen uns die erste Pizza seit langem schmecken.




Und ein Gläschen Wein und Bier in einer Tapas-Bar :-)




Bevor wir zurück in die Herberge gingen, spazierten wir noch ein wenig durch die Altstadt und um die Templerburg und genossen Ponferrada bei Nacht.






Hier nochmals die Route über den Cruz de Ferro:




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