Radreise-Küche

Vor dem Zelt sitzen, irgendwas schneiden und schnippeln, alles in einen Topf schmeißen und gemeinsam etwas Köstliches zu zaubern ist der perfekte Weg um einen schönen Radltag ausklingen zu lassen ❤
 
Die Radreise-Küche zeichnet sich durch einfache und schnelle Gerichte aus, die mit wenigen Zutaten und noch weniger Geschirr auskommen. Mit den richtigen Lebensmitteln können aber trotzdem tolle Köstlichkeiten entstehen. Natürlich könnte man am Gaskocher auch einen Mehlschmarren zubereiten, Zutatenliste und Aufwand sprechen aber einfach dagegen. Außerdem schmecken solche Gerichte in einem Dorfgasthaus oder einer Alpenvereinshütte einfach tausendmal besser...



Geschirr und Zubehör

Eine kleine Übersicht über die Dinge, die wir auf Radreisen an Geschirr und Zubehör dabei haben. Bei Töpfen und Geschirr bevorzugen wir Edelstahl, auch wenn dieses im Vergleich zu anderen Materialien geringfügig schwerer ist, weil dies stabil und pflegeleicht ist. Bestenfalls lässt sich das Geschirr gut ineinander stapeln, um möglichst wenig Platz in der Satteltasche zu beanspruchen. Als Aufbewahrungsbox für unseren ganzen Kleinkram dienen eine kleine Kühltasche und mehrere Aufbewahrungsbeutel (DIY: Aufbewahrung für Werkzeug und Radreise-Küche).
  • Gaskocher 
  • Gaskartusche
  • Stützfuß für Gaskartusche 
  • Piezo-Zünder
  • Alu-Windschutz
  • Edelstahltopf und -deckelpfanne mit Griff 
  • Edelstahlschüssel 0,75 Liter mit Deckel
  • Silikon-Faltsieb 
  • 2 Edelstahltassen
  • 2 Edelstahlgöffel
  • Taschenmesser 
  • Dosen-/Flaschenöffner 
  • Leichtes Schneidebrett, das auf einer Lenkertasche zugleich als kleiner Tisch verwendet werden kann

Grundvorrat

An Lebensmitteln haben wir meist nicht allzu viel dabei (es sei denn einer von uns war hungrig einkaufen 😉), immerhin waren wir bisher immer in Gebieten unterwegs, wo wir problemlos alle 1-2 Tage einkaufen gehen konnten und uns über eine längere Vorratshaltung keine großen Gedanken machen mussten. Für den Fall, dass wir wirklich einmal gar nichts finden, haben wir trotzdem immer einen Grundvorrat dabei:
  • Nudeln, Langkornreis oder Couscous als Grundvorrat
  • Brot oder Gebäck als Zwischensnack, Beilage oder Frühstück
  • 1 kleine Flasche Öl
  • Salz, Pfeffer, getrocknete Kräuter, Gewürze, usw.
  • Instant-Kaffee
Nicht nur bei mehrtägigen Radtouren, sondern auch bei jedem jedem kleineren oder größeren Tagesausflug, haben wir außerdem immer genügend Wasser und "Notfall-Süßkram" in Form von Gummibären oder Keksen dabei. Damit versuchen wir schlechte Laune wegen Heißhunger vorzubeugen oder belohnen uns nach dem Erreichen einer anstrengenden Bergstrecke 😉

Lebensmittel

Bei Lebensmitteln ist es wichtig, dass sich diese problemlos in den Satteltaschen transportieren lassen, dabei wenig Platz und Gewicht beanspruchen und sich möglichst einfach und schnell zubereiten lassen. Etwas ganz Besonderes für uns ist, wenn wir unterwegs auf einen Bauernmarkt, Hofladen oder Greißler stoßen, wo wir frisches Gemüse oder regionale Produkte finden. Nie werden wir den kleinen Gemüsestand irgendwo im Nirgendwo in Frankreich vergessen, wo wir sonnengereifte Tomaten bekamen, die so köstlich waren, dass wir sie pur und ganz ohne weitere Gewürze verspeisten ❤

Nudeln, Langkornreis, Couscous, Haferflocken, usw. 

Dehydrierte Lebensmittel lassen sich auch länger problemlos transportieren und bilden daher den Grundvorrat. Bei Nudeln und Reis lohnt sich der Blick auf die angegebene Garzeit für eine möglichst sparsame Verwendung von Gas, z.B. benötigen dickere Nudelsorten oder Vollkornnudeln länger als dünnere Exemplare wie Bandnudeln. 
Mit getrockneten Kräutern oder frischen Wildkräutern lassen sich daraus einfache Gerichte zubereiten, die je nach Einkaufmöglichkeiten, Lust und Laune mit weiteren Zutaten wie Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse, o.dgl. verfeinert werden können. 

Brot und Gebäck

Brot und Gebäck machen sich gut als Zwischensnack, als Beilage zum Abendessen oder auch zum Frühstück. Am besten natürlich frisch vom kleinen Dorfbäcker oder vom Bäckerservice, den es auf manchen Campingplätzen gibt, es gibt aber auch haltbare Varianten wie Knäckebrot oder Pumpernickel, denen ein paar Tage in der Satteltasche nichts ausmachen. 
Mit Käse, Wurst, Tomaten, usw. wird daraus auch schon mal ein schnelles kaltes Abendessen, vor allem nach einem heißen Tag. Auf unserer Reise ans Ende der Welt hatten wir kaum Tage mit Temperaturen unter 30°C und haben uns vorwiegend kalt ernährt, z.B. durch Frankreich beinahe ausschließlich von Köstlichkeiten aus der Boulangerie und frischem Baguette.

Gemüse und Obst

Je nach Sorte lassen sich Gemüse und Obst recht gut transportieren und mit Nudeln, Reis oder Couscous zu einfachen und köstlichen Gerichten kombinieren. Allerdings nehmen sie meist auch mehr Platz weg, weswegen wir Gemüse und Obst selten als Grundvorrat dabei haben und erst unterwegs kaufen. Weicheres Gemüse wie z.B. Tomaten oder Paprika kommen in unsere verschließbare Edelstahlschüssel, um nicht den restlichen Inhalt der Satteltasche damit zu "marinieren". 

Konserven und Dosen

Lebensmittel in Konserven, Dosen und Gläsern sind zwar lange haltbar, nehmen aber auch relativ viel Platz und Gewicht in Anspruch. Daher werden diese von uns nicht einfach auf Vorrat gekauft, sondern erst wenn diese auch auf dem "Speiseplan" auftauchen.

Fertiggerichte 

Wenn der Tag lange und der Hunger schon groß ist, landen auch schon mal Packerlsuppen, -soßen oder ähnliches im Topf. Diese sind klein und leicht und lassen sich in relativ kurzer Zeit zubereiten, weswegen man den Grundvorrat damit gut aufbessern kann.

Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier

Leicht Verderbliches wie Fleisch, Wurst, Frischkäse, usw. kaufen wir erst kurz vor Gebrauch bzw. wenn wir kurz vor unserem Tagesziel sind. Ausnahmen sind Speck, Trockenwürste und Hartkäse, denen machen auch mehrere Stunden in der Satteltasche (meist) nichts aus. Frankfurter, Debreziner, Bratwürste, usw. können nicht nur vegetarische Gerichte wie z.B. Kürbisgulasch (Rezept siehe unten) aufpeppen, sie machen sich auch gut als eigenständiges und schnelles Abendessen. Einfach in fast kochendem Wasser für einige Minuten ziehen lassen oder in der Pfanne in etwas Öl braten und mit Brot oder Gebäck verspeisen.

Öl und Essig

Ein gutes Öl kann jedes noch so einfache Gericht aufwerten und ist somit eines der wichtigsten Lebensmittel. Auf Radreisen haben wir meist Sonnenblumen- oder Rapsöl dabei, da diese beiden geschmacklich neutraler und somit für mehrere Gerichte passender sind. Olivenöl eignet sich zwar auch für viele Gerichte, soll aber nicht zu heiß erhitzt werden, was am Gaskocher leicht passieren kann. Vor allem im Hochsommer nehmen wir trotzdem ein zusätzliches Mini-Fläschchen Olivenöl mit, um damit Salate, Tomaten, u.dgl. zu verfeinern.
Essig haben wir auf Radreisen eigentlich nicht dabei, ließe sich aber wie Öl in einer kleinen Flasche transportieren. Für ein wenig Säure, z.B. im Couscoussalat (Rezept siehe unten), verwenden wir lieber den Saft einer halben Zitrone. Und den Saft der übriggebliebenen Zitronenhälfte geben wir einfach zum Trinkwasser und freuen uns über ein Erfrischungsgetränk.

Gewürze 

Standardmäßig haben wir Salz, Pfeffer und kleine Päckchen an getrockneten Kräuter- und Gewürzmischungen dabei. Tipp/Unbezahlte Werbung: Bei Sonnentor gibt es "Probier mal: Würz dich um die Welt" mit verschiedenen Probepackungen von Gewürzmischungen, die genau die richtige Größe für die Radreise-Küche haben. 

Kräuter und Wildkräuter

Am meisten freuen wir uns, wenn es auf Campingplätzen Kräutertöpfe mit verschiedensten Kräutern zur freien Entnahme gibt. Mit ein wenig Glück findet man unterwegs aber auch köstliche Wildkräute, aber bitte nur sammeln und essen, was man auch wirklich kennt und erkennt! 
  • Spitzwegerich wächst gerne an Wegesrändern und verleiht Gerichten einen leichten Pilzgeschmack
  • Bärlauch (Wilder Knoblauch) findet man im März vorwiegend in Auwäldern und eignet sich für Nudelgerichte, Suppen und Saucen 
  • Brennnessel wachsen gerne an Hecken oder Wegrändern und eignen sich als Spinatersatz
  • Löwenzahnblätter findet man auf Wiesen und schmecken leicht bitter, in geringen Mengen verleihen sie Gerichten aber eine gute Würze
  • Dost (Wilder Majoran) und Quendel (Feld-Thymian) sind beide auf trockenen Wiesen zu finden und verleihen Speisen einen mediterranen Geschmack

Kaffee und Tee

Für uns startet ein guter Radltag mit einem gemütlichen Kaffee vor unserem Zelt. Der Einfachheit halber verwenden wir gewöhnlichen Instant-Kaffee
Erst wenn es draußen schon kälter wird, nehmen wir auch ein paar Teebeutel mit. Diese sind einfach perfekt um sich vor dem Zelt einen Tee schmecken zu lassen und sich aufzuwärmen. Eventuell auf Zucker nicht vergessen!

Eventuell noch...

Je nach Lust und Laune ein paar Briefchen Zucker oder ein kleines Glas Honig (z.B. für die Zubereitung von Porridge), Müsli, zusätzliche Gewürze wie Chilipulver oder Zimt, kleine Beutelchen Senf, Ketchup oder Sojasauce (diese aber unbedingt doppelt und dreifach einpacken), usw.



Rezepte

Hier sammeln wir einfache und schnelle Rezepte für unterwegs. Falls nicht anders angegeben sind die Mengenangaben für 2 hungrige Radreisende oder 4 normale Esser. 

Gemüsecouscous 

Dieses Rezept geht schnell, kann mit verschiedensten Zutaten abgeändert werden und schmeckt auch kalt als Couscoussalat noch sehr gut, der Rest kann also auch am nächsten Tag mitgenommen und unterwegs verspeist werden. Besonders lecker mit frischen Kräutern und klein geschnittenen Mozzarellawürfelchen, allerdings sollte man dann alles gleich aufessen - frisch gehackte Kräuter und Mozzarella werden nicht so gerne in warmen Satteltaschen transportiert... 

1 kleine grüne Zucchini
1 kleine gelbe Zucchini
2 Tomaten
2 Tassen Wasser
1 1/2 Tassen Couscous
Saft von 1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer

Zucchini und Tomaten kleinwürfelig schneiden. Wasser mit Salz und Pfeffer aufkochen lassen. Zucchini zugeben und weichkochen. Topf vom Gaskocher nehmen, Couscous unterrühren und aufquellen lassen. Gewürfelte Tomaten und Zitronensaft unterrühren. Abschmecken.



Kürbisgulasch 

Hokkaido-Kürbis verwenden wir ganz gerne, weil man die Schale mitessen kann und sich daher ein langwieriges Schälen erspart. Noch dazu verkocht sich Hokkaido und es entsteht ein schön cremiges Gemüsegulasch. Dieses kann zusätzlich noch mit frischen Kräutern, einem Schuss Milch oder Schlagobers und/oder Wurst (z.B. Debreziner) verfeinern werden. 

2 kleine Hokkaido-Kürbisse
2 Tomaten
1 Zwiebel
etwas Öl
Salz, Pfeffer

Kürbisse vierteln, Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch mit der Schale in gleichmäßige Würfel schneiden. Im Topf etwas Wasser erhitzen und die Tomaten kurz hineinlegen, damit sie sich leicht schälen lassen (wenn einen die kleinen Schalenteilchen der Tomaten nicht stören, kann man diesen Punkt auch einfach überspringen). Tomaten in kleine Würfelchen schneiden. Zwiebel fein schneiden und in etwas Öl anschwitzen. Kürbiswürfel und Tomaten zugeben, kurz anrösten und mit soviel Wasser aufgießen, dass der Kürbis bedeckt ist. Kürbis weichkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Gulaschsuppe

Während wir zuhause für Gulaschsuppe gerne marmoriertes Fleisch verwenden, das der Suppe mehr Geschmack verleiht, greifen wir unterwegs lieber zu mageren Fleischstücken, da diese schneller zart sind. Für eine cremigere Konsistenz kann man die Gulaschsuppe mit Mehl verfeinern: einfach ein wenig Mehl mit Wasser verrühren, zur Gulaschsuppe gießen, nochmals kurz aufkochen lassen und abschmecken. 

1 große Zwiebel
350 g Rindfleisch
1 große Karotte
350 g speckige Kartoffeln
etwas Öl 
2 TL Paprikapulver, edelsüß
1 Schuss Apfelessig
1 l Wasser 
1 TL Tomatenmark
etwas Petersilie
Salz, Pfeffer

Zwiebel fein schneiden. Rindfleisch in kleine Würfel schneiden. Karotten und Kartoffeln schälen und ebenfalls fein würfeln. Etwas Öl erhitzen und Zwiebel darin anschwitzen. Rindfleisch zugeben und anrösten. Karottenwürfel zugeben und alles durchrösten. Paprikapulver zugeben, mit Apfelessig und schließlich mit Wasser ablöschen und aufkochen lassen. Kartoffeln und die restlichen Gewürze zugeben und dünsten lassen bis Erdäpfel gar sind. Petersilie fein schneiden und ebenfalls zugeben. Abschmecken.



Chili sin Carne

Die meisten Zutaten für dieses Chili kommen aus der Dose und können daher auch länger transportiert werden. Gibt es in unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes eine Einkaufsmöglichkeit lässt sich das Chili sin Carne auch ganz einfach in Chili con Carne verwandeln: dafür einfach nach dem Anschwitzen der Zwiebel etwa 300 g Rindsfaschiertes anrösten und nur 1 Dose Kidney-Bohnen verwenden.

2 Dosen Kidney-Bohnen
1 kleine Dose Mais
1 Zwiebel
etwas Öl
1 Packerl passierte Tomaten
1 rote Paprika
Chilipulver oder Gewürzmischung "Scharfmacher" von Sonnentor
Salz, Pfeffer
etwas Öl

Bohnen und Mais aus der Dose gießen und abschwemmen. Zwiebel fein schneiden und in etwas Öl anschwitzen. Passierte Tomaten und etwas Wasser zugießen und aufkochen lassen. Bohnen, Mais, Salz, Pfeffer und Chilipulver zugeben und köcheln lassen. Paprika in kleine Würfel schneiden, zugeben, nur noch kurz köcheln lassen und abschmecken.



Champignon-Tomaten-Reis mit Feta

Auch dieses Rezept kann ganz leicht abgeändert mit verschiedensten Gemüsesorten, Käse, Kräutern, usw. abgeändert werden. Besonders köstlich ist es, wenn man einen Teil des Wassers durch Weißwein ersetzt. Oder durch Schilcher. In der Südsteiermark fuhren wir stundenlang an Werbeschildern für Schilcher vorbei, konnten irgendwann nicht mehr widerstehen und gönnten uns eine Flasche für das Abendessen. Ein Teil davon landete kombiniert mit Tomatenstückchen und frischen Kräutern im Reis - wirklich eine köstliche Kombination!

1 Becher Champignons
etwas Öl
2 1/2 Tassen Wasser
1 Tasse Langkornreis
Salz
1 Tomate
1 Packung Feta

Champignons blättrig schneiden. Im Topf Öl erhitzen und die Champignons darin anschwitzen. Mit Wasser aufgießen und aufkochen lassen. Reis und etwas Salz zugeben, Hitze reduzieren und halb zugedeckt dünsten lassen. Tomate und Feta würfelig schneiden. Sobald die Flüssigkeit so gut wie verdampft ist, Gas komplett abdrehen und Tomaten und Feta unterrühren. Deckel wieder aufsetzen und noch etwa 10 Minuten ziehen lassen.




One-Pot-Pasta mit Süßkartoffeln und Zucchini

Bevor ihr zum Foto weiterscrollt ein kleiner Warnhinweis: wir haben eine lila Süßkartoffel erwischt, die unsere Nudeln komplett lila eingefärbt hat 😅 Abgesehen davon machen sich Süßkartoffeln richtig gut in einer One-Pot-Pasta, weil sie schön zerkochen und für eine cremige Nudelsauce sorgen. Alternativ kann man diesen Nudeltopf auch mit anderen Gemüsesorten, Eierschwammerl oder Pilzen, Speck, Käse, Kräutern, usw. zubereiten und mit etwas Milch, Schlagobers, Frischkäse, o.dgl. verfeinern. 

1 Süßkartoffel
2 kleine Zucchinis
3 Tassen Wasser
ca. 300 g Nudeln 
Salz, Pfeffer

Süßkartoffel schälen. Süßkartoffeln und Zucchini in kleine Würfelchen schneiden und in etwas Öl kurz durchrösten. Wasser zugießen, aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer kurz dünsten lassen. Nudeln zugeben. Die Nudeln sollten knapp mit Wasser bedeckt sein; bei der richtigen Wassermenge ist die Flüssigkeit komplett verschwunden, sobald die Nudeln weich sind. Köcheln lassen und dabei immer wieder umrühren. Eventuell noch weiteres Wasser zugießen, um ein Anbrennen zu verhindern.



Geröstete Eierschwammerl

Es gibt Radfahrer, die bei einer Pause ein paar Meter in den Wald spazieren und mit einer Handvoll Eierschwammerl zurückkommen. Und dann gibt es uns: wir sind schon froh, wenn wir welche auf Bauernmärkten "finden". Am besten schmecken diese ganz puristisch: in der Pfanne geröstet und mit etwas Schwarzbrot. Alternativ kann man über die gerösteten Eierschwammerl auch noch zwei verquirlte Eier gießen und rühren, bis die Masse gestockt ist. Oder die gerösteten Eierschwammerl mit Sauerrahm, Frischkäse, o.dgl. verfeinern.

500 g Eierschwammerl
etwas Öl
Kräuter wie z.B. Petersilie
Salz, Pfeffer

Eierschwammerl putzen. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, Eierschwammerl zugeben, gut durchrösten und mit frischer Petersilie, Salz und Pfeffer würzen. Mit Schwarzbrot genießen.



Omelette-Semmeln

Diese Omelette-Semmeln erinnern uns immer an unseren Weg durch Spanien; mit Eiern gefülltes Weißbrot bekamen wir dort des Öfteren zum Frühstück. Noch besser schmecken diese Omelette-Semmeln, wenn man sie auch noch mit angebratenem Speck füllt. Diesen am besten noch vor den Omelettes in der Pfanne anbraten und auf den Weckerln auskühlen lassen, um den Geschmack so richtig "aufzufangen".

1 große Paprika 
3 Eier
etwas Öl
Salz, Pfeffer
4 Semmeln oder Weckerl

Paprika in ca. 1cm breite Ringe schneiden. Eier mit etwas Salz und Pfeffer verquirlen. In der Pfanne Öl erhitzen, Paprikaringe reinlegen und die verquirlten Eier in die Ringe gießen. Hitze reduzieren und bei schwacher Hitze stocken lassen. Vorsichtig umdrehen und fertigbraten. Aus der Pfanne heben, Weckerl damit füllen und genießen.



Avocado-Speck-Weckerl

Dieses Rezept ist ein richtiger Energieschub, immerhin gelten Avocados und Speck nicht unbedingt als fettarm. Also perfekt für ein belohnendes Abendessen nach einem anstrengenden Tag auf den Fahrrädern...

1 große Avocado
8 dünne Scheiben Speck
4 Weckerl
Salz, Pfeffer

Avocado halbieren, Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale lösen. Mit einer Gabel zerdrücken und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Pfanne erhitzen und die Speckscheiben darin goldbraun braten. Weckerl auseinanderschneiden, mit Avocadocreme bestreichen, angebratenen Speck drauflegen, Weckerl wieder zusammenklappen und genießen.



Bruschetta mit Tomaten

Dieses Rezept bietet sich an, wenn man nicht ganz so frisches Weißbrot oder Baguette übrig hat. Durch ein "Toasten" in der Pfanne kann man dieses wieder in etwas Knuspriges verwandeln. Am besten schmecken Tomaten frisch vom Bauernmarkt und mit frischem Basilikum, alternativ tun es natürlich aber auch getrocknete Kräuter. 

Tomaten
etwas Öl (am besten Olivenöl)
Kräuter (z.B. Basilikum)
Salz, Pfeffer
Baguette oder Weißbrot

Tomaten in kleine Würfelchen schneiden, mit Öl verrühren und mit Kräutern, Salz und Pfeffer abschmecken. Brot in dünne Scheiben schneiden. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Brotscheiben darin beidseitig kurz toasten. Brotscheiben mit der Tomatensalsa belegen/bestreichen und noch warm genießen.



Porridge

Last but not least auch noch etwas Süßes vom Gaskocher: das Grundrezept für Porridge. Nach Satteltascheninhalt, Lust und Laune lässt sich dieses ganz leicht abändern: mit verschiedensten Nüssen, Apfelstückchen, Bananenscheiben, Beeren, Kakao, Schokoladestückchen, usw. Besonders cremig wird Porridge, wenn man einen Teil der Flüssigkeit durch Milch ersetzt.

1 1/2 Tassen Haferflocken
3 Tassen Wasser
1 Prise Salz
etwas Zimt
Zucker und Studentenfutter nach Geschmack

Haferflocken, Wasser und Salz aufkochen und unter ständigem Rühren eindicken lassen. Sobald es ein schöner Brei ist, Gaskocher abstellen und auskühlen lassen. Nach Geschmack mit Zucker abschmecken. Große Nüsse im Studentenfutter eventuell zerkleinern. Einen Teil unterrühren, den Rest draufstreuen und genießen.




Aus der Vorratskammer

Die folgenden Rezepte werden nicht unterwegs, sondern bereits zuhause zubereitet, um sie dann auf Radtouren mitnehmen zu können. 

Apfel-Mandel-Müsliriegel

Kamutflocken unterstreichen den mild-nussigen Geschmack der Mandeln. Alternativ könnt ihr aber natürlich auch die leichter erhältlichen Dinkelflocken verwenden. 

1 großer Apfel (ca. 250 g)
1 Zitrone
10 g Kristallzucker
1 Msp. Zimt
120 g Honig
100 g Haferflocken
100 g Kamutflocken
50 g geriebene Mandeln
100 g gehackte Mandeln
60 g Rosinen

Kerngehäuse des Apfels entfernen und in gleichmäßige Stücke schneiden (die Schale kann ruhig dranbleiben). Mit Saft der Zitrone und Kristallzucker weichdünsten, Zimt zugeben und zu einem feinen Mus pürieren. Auskühlen lassen. Apfelmus, Honig, Haferflocken, Kamutflocken, Mandeln und Rosinen gut vermengen, fest in eine bebutterte Auflaufform streichen und etwa 30 Minuten rasten lassen.
Backrohr auf 160°C vorheizen und die Masse darin etwa 30 Minuten goldbraun backen. Noch warm in gleichmäßig Riegel schneiden und auskühlen lassen.



Bananen-Schoko-Müsliriegel

Backstabile Schokotropfen bleiben nicht nur beim Backen stabil, sie sollten auch beim Transport nicht sofort dahinschmelzen. Trotzdem nicht unbedingt darauf verlassen und die Müsliriegel lieber in einer verschlossenen Box oder Schüssel transportieren 😉

150 g Haferflocken
100 g Dinkelflocken
50 g geriebene Mandeln
60 g Haselnusskrokant
1 große Banane (möglichst reif)
Saft von 1/2 Zitrone
100 g Honig
100 g Zartbitter-Schokotropfen (backstabil)

Haferflocken, Dinkelflocken, geriebene Mandeln und Haselnusskrokant vermengen. Banane mit Zitronensaft möglichst fein zerquetschen und mit Honig verrühren. Alles vermengen und zuletzt die Schokotropfen untermengen. Masse fest in eine bebutterte Auflaufform streichen und etwa 30 Minuten rasten lassen. Backrohr auf 160°C vorheizen und die Masse darin etwa 30 Minuten goldbraun backen. Noch warm in gleichmäßige Riegel schneiden und auskühlen lassen.

Apfel-Nuss-Knuspermüsli

Für selbstgemachtes Müsli benötigt man zwar ein wenig Zeit, aber der Aufwand wird reich - oder besser gesagt köstlich - belohnt. Einen kleinen Beutel davon dient auf Radreisen für einen köstlichen Snack oder ein köstliches Frühstück. Einfach mit etwas Milch oder Joghurt verrühren oder pur knabbern.

2 große Äpfel
100 g Gerste
100 g Hafer
100 g Walnüsse
1 Msp. Zimt
Orangenschale
60 g Honig
2 EL Sonnenblumenöl

Äpfel entkernen und mit der Schale in kleine Würfelchen schneiden. Blech mit Backpapier auslegen, Apfelstücke locker auflegen und bei 80°C (Ober- und Unterhitze) etwa 3 Stunden trocknen. Dabei einen Kochlöffelstiel in der Backrohrtür einklemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Gerste befeuchten und ebenfalls ca. 3 Stunden stehen lassen. Gerste und Hafer mit der Flockenquetsche in Getreideflocken verwandeln. Walnüsse möglichst fein hacken. Getreideflocken mit Nüssen, Zimt und geriebener Orangenschale vermengen. Falls der Honig nicht flüssig ist, diesen erwärmen. Honig und Sonnenblumenöl verrühren, über das Getreide gießen und alles gut vermengen. Backpapier mit Backblech auslegen und die Masse darauf verteilen. Bei 160°C etwa 25-30 Minuten nicht zu dunkel backen. Getreide mit den getrockneten Äpfeln vermengen und auskühlen lassen.

Dreikornmüsli mit Erdbeeren

Statt Erdbeeren kann man auch andere Früchte verwenden. Damit das Müsli möglichst haltbar ist, sollten diese gut getrocknet sein!

100 g Hafer
100 g Gerste
100 g Dinkel
60 g Honig
2 EL Sonnenblumenöl
Zitronenschale
30 g getrocknete Erdbeeren

Hafer, Gerste und Dinkel vermengen und mit dem Getreideflocker zu Flocken verarbeiten. Falls der Honig nicht flüssig ist, kurz erwärmen und mit Sonnenblumenöl und etwas geriebener Zitronenschale verrühren. Getreide und Honig miteinander gut vermengen und auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen. Bei 160°C etwa 20-25 Minuten backen. Getrocknete Erdbeeren zerkleinern und noch unter das heiße Getreide mengen. Auskühlen lassen.




Falls ihr weitere erprobte Rezepte für unterwegs habt, schreibt sie doch bitte in die Kommentare - dann entsteht hier eine köstliche Sammlung für die Radreise-Küche 💚

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