Ans Ende der Welt - Etappe 29: Von Villava nach Estella




Auch dieser Radltag startete wieder voller Vorfreude. Zum einen stand ein Kurzbesuch in Pamplona, zum anderen das Pilgerdenkmal am Alto del Perdón auf dem Programm. Aber alles schön der Reihe nach...



Entlang des gut ausgeschilderten Jakobsweg-Radwegs fuhren wir über die Puente de la Magdalena, eine alte Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert, die in den 1960ern zuletzt erneuert wurde.





In Pamplona wollte unsere Navigation den Radweg verlassen. Als wir einen kurzen Blick auf die Karte werfen wollten, zeigte uns ein vorbeikommender Spaziergänger den Weg durch das Frankentor in die Altstadt. Wie sich herausgestellt hatte, wollte unsere Navigation um die Altstadt herumfahren. Wäre wirklich schade gewesen!




Wir spazierten durch die Gassen, durch die sich beim jährlich stattfindenden Stierlauf Stiere und Männer ein Wettrennen liefern...




... zur Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona.





Kaum ließen wir die Stadt hinter uns, ging es wieder bergauf. Nach der ersten Steigung trafen wir einen Radfahrer aus Amerika, der uns fragte: "First day? First hill?" Obwohl unsere Kleidung mittlerweile wirklich ausgebleicht aussah, sah man uns die gefahrenen Kilometer noch immer nicht an ;-)






In Astráin fanden wir ein nettes kleines Café, setzten uns zu einem älteren Herren und unterhielten uns über unsere Reise und die nächsten Etappen. Plötzlich schaute er auf die Uhr, erklärte uns, dass hier im Dorf bald die Messe sein würde und hängte ziemlich trocken an: "And I am the priest, so I am supposed to be there." :-D




Höhenmeter für Höhenmeter ging es weiter über den Gebirgszug Sierra del Perdón. Auf halber Strecke nach oben wurden wir von einem Pärchen auf einem Tandem überholt, zu zweit radelten sie in enormen Tempo bergauf. Bewundernswert!






Zum Pilgerdenkmal muss man einen kleinen Umweg von etwa drei Kilometern (und weiteren Höhenmetern) in Kauf nehmen. Ein entgegenkommender Spaziergänger warnte uns - mit Händen und Füßen - dass der Weg der Fusspilger, der beim Pilgerdenkmal vorbeiführt, nicht für Radfahrer geeignet ist: "Muy dificil! Muy dificil!" Als wir ihm - ebenfalls mit Händen und Füßen - erklärten, dass wir uns ohnehin nur das Pilgerdenkmal ansehen und dann wieder auf der Straße zurückfahren, wünschte er uns sichtlich erleichtert einen "Buen Camino!".






Das Pilgerdenkmal am Alto del Perdón zeigt ein Gefolge von Pilgern aus verschiedenen Epochen und die Inschrift "Donde se cruza el camino del viento con el de las estrellas.", was soviel heißt wie "Wo sich der Weg des Windes mit dem der Sterne kreuzt."






Vor allem ist die Aussicht von dort oben einfach nur überwältigend! Im Schatten machten einige Fußpilger Pause und wir genossen die Stimmung dort sehr.






Nur zehn Kilometer später konnten wir die nächste Sightseeingrunde drehen: durch die schöne Altstadt von Puenta la Reina.





Vor einem kleinen Café bekamen wir Café con leche, handtellergroßes Mürbteiggebäck mit Schokoguss und Cremeschnitten. Dieser üppige Nachmittagssnack kostete uns nur überraschende 6 Euro!





Natürlich spazierten wir auch noch zur Brücke, die im 11. Jahrhundert erbaut wurde um Pilgern den die Überquerung über den Fluss Argo zu erleichtern und der Stadt ihren Namen verlieh.





Bei brütender Hitze ging es noch weiter in Richtung Estella...




... zum Campingplatz Lizarra Kanpina. Der schlecht betonierte Weg dorthin führte an einer Fabrik vorbei und die Gegend sah nicht wirklich einladend aus, der Campingplatz wirkte aber schöner und freundlicher als seine Umgebung. Um uns herum jedoch viele Dauercamper, große Wohnmobile und irgendwie eine wirbelige Atmosphäre. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um Aufbruchsstimmung: da das Wochenende vorbei war, verließen die meisten den Campingplatz und schon bald waren wir wieder fast alleine! Am Abend trafen wir die beiden Tandemfahrer wieder, ein französisches Pärchen, das in Carcassonne gestartet war und sich auch auf dem Weg nach Santiago de Compostela befand. Nicht das letzte Mal, dass wir mit den beiden plaudern konnten.

Auf dem folgenden Streckenvideo wirkt die Fahrt auf den Alto del Perdón bei weitem nicht so spektakulär wie sie wirklich war ;-)




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