Durch die Südsteirische Weingegend auf den Pößnitzberg
Für ein paar Gesundheitstage zog es uns diesmal in die Südsteiermark auf den Pößnitzberg. Angereist sind wir selbstverständlich mit den Fahrrädern, und auch nach unserem Aufenthalt hängten wir noch zwei weitere Tage für die Heimfahrt an - für eine traumhafte Radtour durch die südsteirische Weingegend. Dieser Blogbeitrag enthält daher auch jede Menge unbezahlte Werbung für unsere liebsten Plätze in der Südsteiermark 💚
Tag 1: Durch die Südsteirische Weingegend auf den Pößnitzberg
Unser Weg in die Südsteiermark startete wie gewohnt auf dem Murradweg Richtung Süden bis nach Ehrenhausen. Ab dort folgten wir dem Weinlandradweg R25 Richtung Gamlitz und über die Sernauer Straße hinauf zum Weinpavillon des Weinguts Jöbstl, wo wir den ersten größeren Anstieg des Tages mit einer herrlichen Aussicht über die südsteirischen Weingärten und einem Glaserl Wein belohnten.
Hügel auf, Hügel ab setzten wir unseren Weg auf dem Weinlandradweg sowie über die Grenzland-Weinstraße und die Traubenstraße fort zur größten Weintraube der Welt. Das imposante Kunstwerk aus Glas und Edelstahl wurde 2001 eröffnet und noch im selben Jahr ins Guinness‑Buch der Rekorde aufgenommen. Die vielen Teile haben eine symbolische Bedeutung: 365 Glasteile stehen für die Tage eines Jahres, 52 Teile - wie Blätter, Stamm und Traube - symbolisieren die Wochen, 31 kleine Blätter die Tage eines Monats, 12 mittelgroße die Monate und 7 große Blätter die Wochentage.
Gleich neben der größten Weintraube der Welt findet man übrigens auch eine gemütliche Buschenschank. Diesmal kehrten wir dort allerdings nicht ein, sondern fuhren direkt weiter zum nahegelegenen Landgut Pößnitzberg, wo wir für die kommenden zwei Tage ein Zimmer reserviert hatten. Eingebettet in die südsteirischen Weinberge bietet das Hotel einen traumhaften Panoramablick, verschiedene Gesundheitsprogramme sowie einen Wellnessbereich mit Außenpool.
Das Highlight ist aber mit Sicherheit die großartige Küche des hoteleigenen Restaurants Kreuzwirt: das Abendmenü hat uns wirklich begeistert! Mit Köstlichkeiten wie mariniertem Buchweizen mit Melone und Schafskäse, Waldpilzsuppe, Saltimbocca vom Vulkanlandschwein mit Trüffelpüree und Crème Brûlée ließen wir unseren ersten Radltag in der Südsteiermark genussvoll ausklingen.
Tag 2: Ein Tag für unseren Rücken
Der zweite Tag startete bereits früh. Einerseits wegen eines traumhaften Sonnenaufgangs, den wir direkt vom Zimmerfenster aus genießen konnten, und andererseits wegen des vollen Programms, das uns erwartete: ein Rückenprogramm mit ausführlicher Diagnostik und Personal Coaching, entspannenden Massagen sowie einer Behandlung auf der Moorplatte.
Dazwischen und danach zog es uns immer wieder in den Wellnessbereich, bis uns der einsetzende Regen schließlich aus dem Pool vertrieb. Dafür bescherte er uns einen traumhaften Regenbogen über den Weinbergen - die perfekte Kulisse für unser Abendessen: Tomatenmousse mit mariniertem Fenchel und Räuchertofu, Maisschaumsuppe, sous-vide gegarte Kalbsbrust, Zitronentagliolini mit Roter Rübe und Nussparmesan sowie zum Abschluss zweierlei Fruchtsorbet.
Tag 3: Wellness & Wein am Pößnitzberg
Auf den programmreichen Vortag folgte nun ein reiner Entspannungstag. Wir genossen den Wellnessbereich in vollen Zügen, nahmen am Nachmittag an einer Weinverkostung teil und freuten uns ein letztes Mal über ein großartiges Abendmenü: marinierter Couscous mit Melanzani und Fenchel, Karotten-Ingwer-Schaumsuppe, Saiblingsfilet mit Waldpilzrisotto, Hirselaibchen mit Zucchini und Frischkäse sowie Amaranth-Grießknödel mit Beeren und Ananassorbet.
Tag 4: Durch die Weinberge zum Kranachberg
Nach zwei Tagen (fast) Nichtstun wurde es wieder Zeit aufzubrechen - aber noch nicht direkt nach Hause. Wir blieben in der südsteirischen Weingegend und radelten vom Pößnitzberg zum Kranachberg, mit einem kleinen Umweg über weitere Sehenswürdigkeiten.
Vom Pößnitzberg rollten wir zunächst gemütlich hinunter zur Glanzerstraße und über die Glanzer Kellerstraße ging es schließlich wieder bergauf. Die Straße, die der österreichisch‑slowenischen Grenze folgt, ist landschaftlich wunderschön, hält aber auch eine ordentliche Steigung bereit - naja, wie fast alle Straßen entlang der Südsteirischen Weinstraße 😉
Auf etwa halber Höhe legten wir eine kleine Pause bei der ersten Sehenswürdigkeit ein: dem Grenztisch direkt auf der Staatsgrenze von Österreich und Slowenien.
Vom Grenztisch aus hat man zumindest theoretisch einen Blick auf die nächste Sehenswürdigkeit, die wir ansteuerten: die Herzerlstraße. Die eigentliche Herzform der Straße ist nämlich nur von einem ganz bestimmten Punkt aus sichtbar - und zwar von der Buschenschank am gegenüberliegenden Hügel. Mittlerweile gibt es dort eine ausgebaute Aussichtsplattform, für deren Nutzung derzeit 5 € pro Person fällig sind. Mit der Rechnung erhält man zwar einen Rabatt im Weingutsladen - den konnten wir mangels Platz in unseren Satteltaschen bisher aber noch nie nutzen... Trotzdem gönnen wir uns diesen "Eintritt" hin und wieder und genießen den Ausblick. Oder kehren zumindest in der Buschenschank ein und holen uns ein Stück Gibanica, das uns immer ein kleines Stück Fernweh beschert 💚
Und natürlich besuchten wir auch die berühmte Herzbank vor dem Weingut Bullmann - eine herzförmige Bank, die zu einem der beliebtesten Aussichtspunkte entlang der Südsteirischen Weinstraße geworden ist, vor allem seit sie in der Fernsehsendung "9 Plätze - 9 Schätze" gezeigt wurde. Der Weg dorthin führte direkt über die Grenzland-Weinstraße, auf der besonders an Sonn- und Feiertagen oft viel Verkehr herrscht. Umso schöner, dass man hier teilweise auf einem eigenen Radwegstreifen unterwegs ist.
Auf und ab ging es durch die Weinberge zurüc über die Grenzland-Weinstraße und rüber zum Kranachberg. Die hochsommerlichen Temperaturen und die steilen Anstiege waren dabei jedoch nicht immer eine willkommene Kombination - vor allem, weil unsere Wasserflaschen zunehmend leerer wurden. Trotzdem nahmen wir ein paar zusätzliche Höhenmeter in Kauf und radelten bis zum höchsten Punkt des Kranachbergs, wo wir auch noch die Kranachbergwarte besuchten - einen beliebten Aussichtsturm mit weitem Blick ins steirisch-slowenische Grenzgebiet.
Über eine interessante „Abkürzung“ schickte uns Komoot von der Warte wieder hinunter zum Weingut Peter Skoff, wo wir für die Nacht ein Zimmer reserviert hatten. Die Buschenschank hatte leider geschlossen, und kurz überlegten wir schon, ob wir doch noch einmal aufs Rad steigen müssten oder ob unser Abendessen aus unserem Notfall-Packerl Gummibären bestehen würde. Doch dann überraschte uns eine dritte Möglichkeit: das Gamlitzer Gasttaxi,das Gäste unkompliziert zwischen den Mitglieds-Gastbetrieben hin und her bringt. An diesem Abend brachte uns das Taxi zum Weingut Trabos - und damit zu einer herrlichen Brettljause, die unseren Tag perfekt abrundete - und natürlich wieder zurück.
Tag 5: Zurück nach Graz
Mit einigen Umwegen zu weiteren Sehenswürdigkeiten machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Kurz hatten wir überlegt, ob wir nicht abkürzen sollten - immerhin sah die Wettervorhersage nicht besonders vielversprechend aus. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns jedoch, die "Schönwetterradler" in uns zu ignorieren und einfach loszuradeln 😉
Vom Kranachberg rollten wir gemütlich hinunter ins Sulmtal und genossen kurz die flache Strecke dort. Und natürlich legten wir auch einen kurzen Stopp in Kathinka’s Café ein und ließen uns Eisknödel und Eiskaffee schmecken.
Damit ließen wir die Ebene auch schon wieder hinter uns und strampelten erneut bergauf: diesmal auf den Demmerkogel, der ebenfalls einige Sehenswürdigkeiten für uns bereithielt. Als erstes standen wir am Panoramasteg Sausal, einer hölzernen Aussichtsplattform, die einen tollen Blick ins Sulmtal und auf die umliegenden Hügel bietet.
Immer weiter bergauf ging es zum größten Klapotetz der Welt. Neben dem Klapotetz selbst ist aber auch hier der Ausblick auf die umliegenden Weinberge die wahre Sehenswürdigkeit.
Nur wenige Höhenmeter weiter erreicht man den höchsten Punkt des Demmerkogels mit der beeindruckenden Holzwarte. Rund um die Warte gibt es außerdem mehrere kunstvoll geschnitzte Holztiere zu entdecken, die Teil eines Familienwanderwegs sind und spielerisch Wissen über Wald und Wiese vermitteln sollen. Da kann man nicht einfach vorbeigehen 😉
Damit war der höchste Punkt des Tages geschafft, und es ging endlich wieder bergab. Auf der Sausaler-Tour und dem Sausalerradweg radelten wir über St. Nikolai im Sausal und Grötsch zurück nach Wildon. Die Strecke bot noch einmal herrliche Ausblicke über Weinberge und Hügel, bevor wir wieder auf dem flachen Murradweg landeten.
Bis hierher waren wir tatsächlich trocken geblieben - das sollte sich nun aber ändern. Drei kurze Regenpausen mussten wir auf dem restlichen Weg einlegen: eine im Seecafé Wildon und zwei weitere unter einem Carport, bevor wir schließlich wieder in Graz ankamen. Und dort wurden wir ausgerechnet von strahlendem Sonnenschein begrüßt - ein schöner Kontrast zu den letzten Kilometern.
Damit endete unser Urlaub in der Südsteirischen Weingegend - ein perfekter Mix aus traumhafter Landschaft, Wellness und Genuss! Außerdem gibt es wohl kaum eine schönere Gegend, um unsere Reiseräder auf Ritzel und Kette zu prüfen und zu sehen, was wir noch alles richten müssen, bevor wir unsere längere Sommer-Radreise starten können 💚
Weitere Fotos:


















































































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